Mit Pflanzen heilen

Dass Pflanzen eine heilsame Wirkung auf körperliche und seelische Beschwerden ausüben, ist keine moderne Idee, sondern gehört zum überlieferten Wissen aller Völker. Sehr verschieden ist allerdings die Frage nach der Weisheit, d.h. wie mit diesem Wissen konkret umgegangen wird.

Als von Naturwissenschaften geprägte Menschen unserer Zeit gehen wir davon aus, dass wir die

„Mechanismen“ verstehen müssen,

die für die heilende Wirkung von Pflanzen verantwortlich sind.

Wir untersuchen die zugrunde

liegenden „Bausteine“ wie Proteine,

Kohlenhydrate, Vitamine und

Mineralstoffe, Spurenelemente und

Kalorien. Das heißt - vereinfacht

gesprochen - wir machen

Ernährungsmedizin an äußeren materiellen Dingen fest. Diese materialistische Sichtweise gehört bis vor der Einführung der Quantenphysik fest zu unserem naturwissenschaftlichen Weltbild. Wir denken so, als „ob es Gott nicht gebe“. Gegenüber alter Medizin ist dieses Weltbild ein reduziertes Weltbild. Es ist fixiert in eine Ebene.

Pflanzen in mir

Pflanzen haben eine Lebensmelodie. Sie beeinflusst unsere Gefühlsebene. 


Meine persönliche Erfahrung

Am Anfang meiner Dozententätigkeit brachte ich zu Demonstrationszwecken eine blühende Blume aus dem Garten mit. Vor den Augen aller rupfte ich die Blütenblätter ab und legte sie zur weiteren Untersuchung in ein Reagenzglas. Ich erkläre den Teilnehmenden: sie können zwar eine Pflanze auseinandernehmen, aber nicht mehr zusammensetzen. Analyse zerstört. 

Ich fühle ich selbst bei dem Experiment sehr unwohl. Es widerstrebt mir vollkommen, die Blüten abzupflücken. Ich merke, ich reagiere sensibel auf die Pflanze. Hier erfahre ich meine pflanzliche Ebene in mir. Ist sie nicht im Gleichgewicht, kann mir hier eine Pflanze helfen. 

 



Für Hildegard von Bingen ist die heilsamste Empfindung im Menschen die Demut. In ihrer Vorstellung von der "Medizin der Jungfrauen" gehört sie zum Hochzeitsstrauß der Braut des Königs. 

 

 Der gefallene Mensch soll sich in Reue erheben

und in heiligem Lebenswandel sich erneuern mit der Vielfalt der Tugenden wie die frisch blühenden Blumen.

Der Hochmut heilt nicht, sondern zerstört, weil er jedes Ding zerdrückt, zerteilt und abschneidet.

Die Demut  hingegen raubt oder entzieht niemandem etwas, hält vielmehr alles in Liebe fest.

In ihr (der Reue) hat Gott sich zur Erde geneigt und alle Tugendkräfte zusammengeschlossen.

 

Denn die Tugenden streben hin zum Gottessohn,

wie auch die Jungfrau den Mann verschmäht und Christus ihren Bräutigam nennt.

Diese Tugenden sind mit der Demut verbunden, 

wenn Er sie zum Hochzeitsmahle des Königs geleitet. (LDO IIX 4).

Die Ebenen der Heilung - Ravenna 6. Jhd.
Die Ebenen der Heilung - Ravenna 6. Jhd.

Steine und Mineralien zeigen die Strukturebene, Tiere die Auseinandersetzung, Pflanzen die Gemütsebene. 


Wenn ich mit offenen Augen betrachte,

was du, mein Gott, geschaffen hast,

besitze ich hier schon den Himmel. 

 

Ruhig sammele ich im Schoß

Rosen und Lilien und alles Grün,

während ich deine Werke preise.

 

Dir schreibe ich meine Werke zu.

Freude entspring der Traurigkeit,

und die Freude macht glücklich. 

HvB, LVM


Die Arzneimittellehre Physica beschreibt über 200 Heilmittelbilder von Pflanzen. Sie trennt dabei zwischen Pflanzen und Bäumen, denen ein eigenes Buch gewidmet ist. Der aufmerksame Beobachter und Kenner der Homöopathie kann noch nach 200 Jahren Reste einer alten Homöopathie in Physica erkennen.